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(UWE DOST)
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Guenter Ellenberg

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 2000 - 2011
Guenter Ellenberg

 

Reisebericht 1 Uwe Dost

Ameca splendens

von UWE DOST, Germany

Nach dem ich schon lange Jahre Flitterk├Ąrpflinge im Aquarium pflegen und vermehren konnte, hatte ich endlich im Mai 2000 w├Ąhrend einer dritten Mexikoreise die Gelegenheit, diese Fische in ihrem Lebensraum zu beobachten und zu fangen.

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Das Balneario Teuchitlan, Heimat von Ameca splendens
Foto: Uwe Dost

 

 

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Das Balneario Teuchitlan, Heimat von Ameca splendens
Foto: Uwe Dost

 

Sehr empfehlenswert vor dem Antritt einer solchen Fangreise, vor allem wenn man Hochlandk├Ąrpflinge sucht, ist es, sich aus der Literatur oder von anderen Fangreisenden soviel Informationen und Tipps als m├Âglich zu besorgen. Dazu geh├Ârt auch zumindest die grobe geografische Lage von ÔÇ×sicheren" Fundorten. Denn w├Ąhrend wir beispielsweise an der Karibikk├╝ste Mexikos oder in der Provinz Chiapas doch relativ viele kleine wasserf├╝hrende Fl├╝sschen und B├Ąche ├╝berquerten, die als potentielle Fischbiotope in Frage kamen, ist das Hochland Mexikos, die Mesa Central, inzwischen wenigstens zeitweise derart trocken, dass nur sehr wenige Gew├Ąsser ganzj├Ąhrig Wasser f├╝hren. So kann man w├Ąhrend der Fangreise viel Zeit und unn├Âtige Wegstrecken einsparen. Auf den Landkarten sind zwar auch etliche Fl├╝sse eingetragen, zur Zeit unserer Reise waren viele aber bereits trocken gefallen. Selbst mit dem groben Wissen um Orte gestaltet sich die Suche nach Fischbiotopen im Hochland Mexikos noch abenteuerlich genug.

In der Literatur wird angegeben, dass der Flitterk├Ąrpfling bisher nur in zwei Fl├╝sschen, dem Einzugsgebiet des Oberlaufes des Rio Ameca und des Rio Teuchitlan, nachgewiesen wurde.

 

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Malerisch wirkt auch der Rio Ameca
Foto: Uwe Dost

 

BRIAN KABBES (Niederlande) nannte uns das Balneario Teuchitlan als Fundort, den er selbst erst im Dezember 1999 besucht hatte. Daher fuhren auch wir das Balneario an, einen gro├čen Quelltopf, der den Ursprung des Rio Teuchitlan bildet und von der Bev├Âlkerung als Freibad genutzt wird.

Zum Gel├Ąnde des Balneario geh├Âren neben dem Quelltopf noch ein Grillplatz, ein einfaches Restaurant sowie mehrere Schwimmbecken. Von der Kasse am Eingangsgeb├Ąude des Balneario f├╝hrt eine Stra├če ├╝ber einen Damm, der zwei Teiche voneinander trennt, hin zum eigentlichen Freibad. Da wir die Anlage unter der Woche und dann noch zur Mittagszeit besuchten, war der Andrang nicht all zu gro├č. Dennoch war das Bad recht ordentlich besucht und unser Tun, ein Fremder, der mit Taucherbrille und Fotoapparat in Wasser steigt und versucht, Fische zu fotografieren, weckte gleich das Interesse der dort badenden und fischenden Kinder.

 

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Fischende Kinder im Schwimmbad
Foto: Uwe Dost

 

Die Hauptquelle, die gleichzeitig das Hauptbadebecken der Anlage darstellt, ist etwa eineinhalb Meter tief und wird allseitig von einer Mauer eingefasst. Dort ist sowohl der Boden als auch das Wasser am saubersten. An einer Seite der Beckenmauer, im Schatten eines gro├čen Baumes, f├╝hren mehrere breite Stufen ins Wasser, die bevorzugt zum Sitzbad genutzt werden.

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Zahlreiche Ameca splendens lie├čen sich schnorchelnd beobachten
Foto: Uwe Dost

 

Der gesamte Boden im Bereich des Quelltopfes ist kiesig-sandig, durchsetzt mit einigen Felsen. Das Wasser war glasklar und v├Âllig sauber. Wir ma├čen Ende Mai 2000 folgende Wasserwerte: Temperatur 25 ┬░C, pH-Wert 7, KH 3 bis 4┬░, GH 4┬░, Nitrat und Nitrit war nicht nachweisbar. Die Lufttemperatur betrug mittags bei wolkenlosem Himmel etwa 35 ┬░C, weshalb das Schnorcheln zwischen den Fischen eine wohltuende Erfrischung auf der schwei├čtreibenden Reise durchs trockene, hei├če Hochland darstellte.

Aus der gefassten Quelle flie├čt das Wasser in die beiden, vom Fahrdamm getrennten Teiche. Deren ebenfalls sandig-steiniger Boden ist mit zunehmender Entfernung vom Wasserzufluss von einer immer dicker werdenden Mulmschicht bedeckt. Nur an den R├Ąndern, wo Wasser aus dem Bodengrund nach oben dr├╝ckt und den feinen Mulm fortsp├╝lt, ist auch hier der Grund sehr sauber.

Besonders viele Fische schwimmen im seichten Wasser der eggen gegen die Str├Âmung der Abfl├╝sse des Quellbeckens an, immer in der Erwartung, aufgewirbelte Nahrungspartikel zu erhaschen. Die ruhigen Randbereiche der zwei Teiche sind mit verschiedenen Wasserpflanzen, Laichkr├Ąutern und Hornkraut teilweise sehr dicht bewachsen.

Steine und Mauern des Beckens sind mit einer br├Ąunlichen Algenschicht, keine Grau- sondern wohl Kieselalgen ├╝berzogen, die von den Fischen permanent abgeweidet werden. In den mehrere Meter breiten und bis ├╝ber einen Meter tiefen Teichen sowie deren steiniger Randzone mit einem Kescher zu fischen, ist sehr m├╝hselig und die Fangausbeute dementsprechend mager. Die wenigen von uns gekescherten Fische weckten aber sofort reges Interesse unter den Kindern.

Weitaus ergiebiger und eindrucksvoller war das Schnorcheln, denn es wimmelte nur so von Fischen. Neben den Flitterk├Ąrpflingen, die eindeutig zu identifizieren waren, konnten wir noch einen weiteren Goodeiden,   wohl Zoogoneticus quitzeoensis beobachten.

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Zoogoneticus quitzeoensis
Foto: Uwe Dost

Zudem waren noch zwei Poeciliiden, der im Hochland weit verbreitete Hochland-Poeciliopsis, Poeciliopsis infans und der Spitzkopfmolly, Poecilia sphenops, sehr zahlreich anzutreffen.

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Poeciliopsis infans aus einem Bew├Ąsserungsgraben
Foto: Uwe Dost

Ebenso h├Ąufig war eine in Mexiko als Speisefisch ausgesetzte, inzwischen sehr weit verbreitete afrikanische Tilapienart. Nach der Fangpause am Balneario Teuchitlan fuhren wir weiter in Richtung der Stadt Ameca. Im Osten von Ameca, die wohl dem Fluss und auch der Gattung der Flitterk├Ąrpflinge den Namen gab, fischten wir ebenfalls, denn 12 Kilometer ├Âstlich der Stadt waren die Flitterk├Ąrpflinge laut Literatur bereits schon einmal nachgewiesen worden. Wir konnten im leicht braun-tr├╝ben Wasser mehrere Fischarten fangen: Gr├╝ne Schwerttr├Ąger, Xiphophorus helleri, Poeciliopsis infans, Poecilia sp. (entweder P. sphenops oder P. butleri) und auch wieder Zoogoneticus quitzeoensis.

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Xiphophorus helleri aus dem Rio Ameca
Foto: Uwe Dost

Ferner gingen uns noch drei bis vier Zentimeter gro├če Zwergflusskrebse, Cambarellus sp., sowie auch wieder Tilapien ins Netz. Jeder Zug unter die im flachen Wasser wurzelnden Wasserhyazinthen brachte neben Fischen und Krebsen sehr viele Muscheln zum Vorschein. Auch verschiedene Wasserk├Ąfer, Wasserwanzen und diverse Insektenlarven konnten nachgewiesen werden.

 

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Unter Wasserhyazinthen leben Krebse, Muscheln und Fische
Foto: Uwe Dost

 

Die Wassertemperatur im flachen Rio Ameca war bei 36 ┬░C Lufttemperatur ebenfalls sehr hoch und d├╝rfte wohl ├╝ber 30 ┬░C betragen haben. In einem neben einer Br├╝cke einm├╝ndenden, deutlich tieferen Zuflussgraben war das Wasser wesentlich k├╝hler, etwa gesch├Ątzte 25 ┬░C. Im weiteren Verlauf des Flusses durch die Stadt d├╝rfte das aquatische Leben unter einer dicken und dichten Schicht Wasserhyazinthen wohl fast vollst├Ąndig erloschen sein.

Wir ├╝berquerten den Rio Ameca im weiteren Reiseverlauf noch einmal in der N├Ąhe seiner M├╝ndung bei Puerto Vallarta. Ein Seitenarm des Flusses, direkt bei der Touristenstadt, f├╝hrte ├╝berhaupt kein Wasser mehr, der Hauptarm war im Mai ebenfalls bis auf einige Untiefen sehr flach. Hier wurde das Flussbett zur Kiesgewinnung genutzt.

 

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Im Rio Ameca wird in der Trockenzeit Kies gewonnen
Foto: Uwe Dost

 

Neben Salmlern und Barschen konnten wir im flachen Uferbereich einige Grundeln fangen, m├Âglicherweise die in Mittelamerika und auf den Westindischen Inseln weit verbreiteten Dormitator maculatus, die, h├Ąufig f├Ąlschlich als R├Ąuber verschrieen, Detritus, Pflanzen und Wirbellose fressen.

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Interessant war diese Grundel, vermutlich Dormitator maculatus
Foto: Uwe Dost

Die Tiere leben sowohl im Meer- und Brack- als auch im S├╝├čwasser und laichen w├Ąhrend der Regenzeit vor allem im M├╝ndungsbereich von Fl├╝ssen.

 

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