Sobald die Sprache auf Lebendgebärende Fische kommt, denken viele sofort an Guppys, Platys, Schwertträger, da es sich hierbei um die wohl bekanntesten Vertreter der Lebendgebärenden (Poeciliidae) handelt. Kaum jemanden ist in diesem diesem Zusammenhang die Familie Goodeidae, Unterfamilie Goodeinae, bekannt.

Diese Informationen haben daher vorrangig das Ziel, Ihnen diese wirklich interessanten Fische näher zubringen.

Die Lebendgebärenden Hochlandkärpflinge (Goodeiden) sind eine im Artumfang kleine, biologisch jedoch überaus interessante Fischfamilie der Ordnung Cyprinodontiformes. In der Vergangenheit zählte man die 25-40 Arten der 15 Gattungen der Lebendgebärenden Zahnkarpfen zu den Goodeiden, die sich von den Poeciliiden und anderen Lebendgebärenden unter anderem durch eine Einkerbung in der Afterflosse bei den Männchen unterscheiden.

In der Arbeit von PARENTI (1981) zur Klassifikation der Cyprinodontiformes wird die Familie Goodeidae um zwei eierlegende Gattungen aus dem Death Valley und aus dem Osten von Nevada, USA, erweitert: Empetrichthys und Crenichthys. Darüber hinaus gibt es weitere Merkmale, die diese beiden Gattungen von den anderen Goodeiden unterscheiden; z. B. fehlen den Arten beider Gattungen die Bauchflossen. PARENTI unterteilt die Familie Goodeidae in zwei Unterfamilien: Empetrichthyina mit den Gattungen Empetrichthys sowie Crenichthys und Goodeinae mit den anderen Gattungen. Die eierlegnden Gattungen der Unterfamilie Empetrichthyinae werden hier nicht weiter behandelt. Es werden nur die Gattungen der Unterfamilie Goodeinae behandelt, die im folgenden als Goodeiden bezeichnet werden.

 

05a Verbreitungsgebiet Goodeiden Mexiko Karte
Die schwarzen Felder zeigen das Verbreitungsgebiet der Goodeiden in Mexiko.

 

Die Goodeiden sind in einem beschränkten Bereich im mexikanischen Zentralhochland beheimatet. Hier leben sie - je nach Gattung - in unterschiedlichen Biotopen (kleine Seen, große Gewässer, langsam - bis schnell fließende, kleine und große Flüsse). Wie überall im Tierreich formen auch hier Umwelt und Nahrung den Fisch. Die Evolution der Goodeiden ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Anpassung an ökologische Nischen. Es finden sich daher Fleischfresser mit konischen Zähnen und kurzem Darm, Pflanzenfresser mit zweispitzigen Zähnen und langem Darm und Allesfresser mit unterschiedlichem Zahnbau und variablen Darmlängen.

Auch der Lebensraum formt den Körperbau.

Unter den Goodeiden findet man - wie bei den meisten Knochenfischfamilien - alle Ökoformen vom Oberflächenfisch über Freiwasser- und Gedecktschwimmer bis zu grundbewohnenden Arten. So haben einige schnell schwimmende Flussfische (z. B. Ilyodon) stromlinienförmige Körper, während Bewohner von Tümpeln, Teichen und Seen (z. B. Xenotoca, Skiffia, Zoogoneticus) hochrückig gebaut sind. Andere Arten wiederum leben bodenorientiert und haben dadurch ihre Körperform, das Aussehen und ihr Schwimmverhalten den bodenbewohnenden Chichliden und Barschen entsprechend angeglichen. Stellvertretend sei hier nur Alloophorus robustus genannt.

Bedingt durch den kalkhaltigen Untergrund der Lebensräume sind die Goodeiden an ein Leben in hartem Wasser mit neutralen bis mehr alkalischen pH-Werten angepasst. Als Hauptverbreitungsgebiet der Hochlandkärpflinge gilt das Rio-Lerma-Becken und die daran angrenzenden Flussysteme in Zentralmexiko. Eine Kette von hohen Vulkanen säumt mehrere Hochtäler. Das zentrale Hochland Mexikos weist nur geringe Niederschläge, aber starke Schwankungen der Temperaturen sowohl zwischen den Jahreszeiten als auch im Tages- und Nacht-Rhythmus auf. In den höher gelegenen Lebensräumen ist morgens durchaus mit Rauhreif und einer dünnen Eisschicht auf dem Wasser zu rechnen, während am Tage die Sonne unbarmherzig vom Himmel brennt. Die Temperaturunterschiede sind dadurch sehr beträchtlich.

An Fossillienfunden lässt sich belegen, dass sich die Goodeiden vor etwa 20-25 Millionen Jahren im zentralen Hochland Mexikos ausbreiteten und entsprechend den unterschiedlichsten Lebensräumen die verschiedensten Formen entwickelten.

Der erste Bericht über einen lebendgebärenden Goodeiden stammt aus dem Jahre 1772. Es handelte sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Girardinichthys viviparus.

Die meisten Goodeiden wachsen relativ schnell und erreichen nach spätestens 6 Monaten (einige Arten auch schon früher) die Geschlechtsreife. Andererseits können Goodeiden aber für Aquarienverhältnisse auch ziemlich alt werden. Bei kleinen Arten kann man von ca. 3 Jahren, bei mittleren Arten von 4 Jahren und bei größeren Arten von 7-10 Jahren Lebenserwartung ausgehen.

Wissenschaftlich erlangten die Goodeiden erst relativ spät das Interesse und waren daher in der Aquaristik auch nahezu unbekannt. Bis zur Beschreibung von Ameca splendens durch MILLER & FITZSIMMONS (1971) galten viele dieser Gattungen praktisch als unbekannt. Diese Art entpuppte sich als sehr unterschiedlich zu den allgemein bekannten Lebendgebärenden, so dass sie ein hohes Interesse bei den Freunden der Lebendgebärenden hervorrief - und das sowohl in Europa als auch in den USA. Das Resultat war, dass andere, bis dahin noch unbekannte Goodeiden innerhalb nur weniger Jahre in der Aquaristik auftauchten.

Heute ist das Interesse an Goodeiden zwar immer noch vorhanden, jedoch ist die euphorische Aktivität von Mitte bis Ende der 70er Jahre zu einer mehr nüchternen Betrachtungs- und Handhabungsweise geworden. Von 1939 bis 1971 wurden Goodeiden zwar immer wieder wissenschaftlich untersucht, aber systematisch wurde die Familie praktisch nicht bearbeitet. Bis in die 70er Jahre hinein fristeten die Goodeiden mehr oder weniger ein Schattendasein bei den Wissenschaftlern.

Dieser Zustand hat sich heute allerdings erfreulicherweise geändert, so dass jetzt von einer gut untersuchten Fischfamilie gesprochen werden kann; wenngleich die Einteilung oder Zugehörigkeit mancher Gattungen und Arten auch heute noch umstritten ist. Bedingt durch die teilweise große Variationsbreite (und Neuentdeckungen?) sind sicher noch weitergehende Beobachtungen erforderlich.

Auch die Tatsache, dass die entwicklungsgeschichtliche Artbildung möglicherweise noch nicht abgeschlossen ist, muss berücksichtigt werden. Dadurch lässt sich möglicherweise auch die große Artvarianz bei einigen Gattungen erklären. Die Artvarianz ist gelegentlich so ausgeprägt, das verschiedene Autoren unterschiedliche Ansichten über die Gattungszugehörigkeit haben. Betroffen hiervon sind zum Beispiel Allotoca diazi, Chapalichthys pardalis, Goodea atripinnis und Ilyodon whitei. Hier wird die Zukunft sicher noch Änderungen in der Gattungs- oder Artzugehörigkeit bringen.

Goodeiden unterscheiden sich auch beim Befruchtungsvorgang von den Poeciliiden. Sie vollführen zwar auch eine innere Befruchtung, besitzen aber kein hochspezialisiertes, kompliziert aufgebautes Begattungsorgan (Gonopodium). Vielmehr verfügen die Goodeiden-Männchen über einen beweglichen Hautzipfel (Andropodium) am Ansatz der Anale und Geschlechtsöffnung. Es stellt auch das am deutlichsten sichtbare aller signifikanten Unterscheidungsmerkmale dar (neben z. B. der Ernährung der Embryonen über Trophotaenien).

Es findet bei den Goodeiden auch keine Vorratsbefruchtung statt. Vielmehr muss jeder Trächtigkeit eine erneute Paarung vorausgehen.
 

29a Gonopodium Jan Eric Larsson
Gonopodium
Foto: JAN-ERIC LARSSON

 

16a Andropodium Jan Eric Larsson
Andropodium
Foto: JAN-ERIC LARSSON

 

 

06a Analflosse eines Goodeiden Männchens
Analflosse bei Goodeiden - Männchen
A = Andropodium
F = Flosse
I = Innerer Bewegungsmechanismus der Analflosse
Foto: aus MEYER, WISCHNATH, FÖRSTER

 

Mit nur einer Ausnahme (die Gattung Ataeniobius wurde bisher ausgenommen, jedoch haben neuere Forschungen, deren Ergebnisse mir zur Zeit aber noch nicht vorliegen, möglicherweise weitere Erkenntnisse gebracht) haben alle Gattungen der Goodeiden eine einmalige und charakteristische Form der Brutfürsorge entwickelt; nämlich die Ernährung der Embryonen im Mutterleib. Die Goodeiden sind lebendgebärende Fische, die aber - im Gegensatz zu Platys oder Guppys - nicht ovovivipar, sondern vivipar sind. Das bedeutet, dass sich die Jungfische die überwiegende Zeit nicht in einem Ei im Mutterleib, sondern freiliegend im Körper des Muttertieres entwickeln. Im Gegensatz z. B. zum Guppy, dessen Nachwuchs vom Dotter ernährt wird (Lecithotrophie) gibt es bei den Goodeiden die Matrotrophie. Das bedeutet, dass die Ernährung der Jungfische während der Trächtigkeit vom Muttertier gewährleistet wird.

09a Goodeidenjunges im Mutterleib

 

11a Trophotaenien allgemein mit Erklärung
Trophotaenien
L = Anallippe
N = Nahrungsschnüre

 

Die Embryonen bilden, nachdem sie in der Eierstockhöhle der Mutter ihre Eihüllen verlassen haben, vor ihrer Afterflosse nährstoffaufnehmende Fortsätze aus, die Nährschnüre oder Trophotaenien genannt werden (trophe = Ernährung, taenia = Binde, Band).

Über diese oft verzweigten, arttypisch ausgebildeten Nährschnüre, die nicht fest mit dem mütterlichen Eierstockgewebe verwachsen sind, tauscht der Embryo unterschiedliche Stoffe mit dem Muttertier aus. Die Trophotaenien haften nach der Geburt noch gut sichtbar an den Jungfischen, werden dann aber innerhalb weniger Tage vollständig zurückgebildet.

 

Zoogoneticus tequila06a Trophotaenien
Trophotaenien von Zoogoneticus tequila

 

Xenotoca eiseni 03a
Gerade geworfenes Jungtier von Xenotoca eiseni mit deutlich sichtbaren Trophotaenien.
Entnommen: Aqualog Verlag, Titel: Alle Lebendgebärenden,
Foto von: UWE WERNER

 

Xenotoca eiseni 04a
Geburt eines Jungtieres von Xenotoca eiseni mit schon sichtbaren Trophotaenien.
Entnommen: Weltbild Verlag, Titel: Süßwasserfische der Welt,
Foto von: RICHTER

 

Bedingt durch die ständig zunehmende Industriealisierung und Intensivierung der Landwirtschaft Mexikos kommt es in weiten Teilen dieses herrlichen Landes (so auch im Lebensraum der Goodeiden) zu immer größerem Wasserverbrauch. Als Folge davon sind viele Biotope gefährdet, stehen vor der Vernichtung oder sind schon gar nicht mehr vorhanden. Auch wenn viele Goodeiden in der Lage sind, kurzzeitig in verschmutzten Restwasserflächen zu überleben, trägt dieser Umstand sicher nicht zu einer langfristigen Erhaltung bzw. Erhöhung der Populationen zur Arterhaltung bei.

Manche Arten (z. B. Ameca splendens) leben nur in einem einzigen Gewässer (endemisch). In diesen Fällen können stärkere Umweltveränderungen oder menschliche Eingriffe in kürzester Zeit zu einer Ausrottung einer ganzen Art oder Gattung führen.

Nachstehend ein grober Überblick über die Bestandssituation der einzelnen Arten:

0 = wahrscheinlich ausgestorben,
1 = sehr stark gefährdet,
2 = stark gefährdet,
3 = Bestand gesichert,
4 = häufig.

 

Art und Gefährdungsgrad

Allodontichthys
hubbsi 3
polylepis 2
tamazulae 3
zonistius 3

Alloophorus
robustus 3

Allotoca
diazi 3
dugesii 4
goslinei 1
maculata 2
meeki 1
regalis 1
spec. Hummel 2

Ameca
splendens 1 - 2

Ataeniobius
toweri 2

Chapalichthys
encaustus 4
pardalis 1 - 2
spec. peraticus 0 - 1

Characodon
audax 1
garmani 0
lateralis 2
spec. Abraham Gonzales ?
spec. Amado Nervo ?

Girardinichthys
multiradiatus 3
turnieri 1 - 2
viviparus 1

Goodea
atripinnis 4

Hubbsina
turneri 1 - 2

Ilyodon
furcidens ?
furcidens (amecae) 4
furcidens (xantusi) 4
spec. comala ?
whitei (lennoni) 3

Skiffia
bilineata 3
francesae 1
lermae 2
multipunctata 1 - 2
spec. Zacapu 2

Xenoophorus
captivus 3
spec. Illescas ?

Xenotaenia
resolanae 2

Xenotoca
eiseni 2 - 3
melanosoma 3
variata 3

Zoogoneticus
quitzeoensis 3 - 4
tequila 1 - 2

 

Grundsätzlich sind Goodeiden nicht schwierig zu pflegende und zu züchtende Aquarienfische. Wie üblich bei einer allgemeinen Regel gibt es aber auch hier Ausnahmen. Einige Arten, wie z. B. die sehr schönen Girardinichthys viviparus, fordern dem Aquarianer alles ab, während andere, zum Beispiel der mit passendem Artnamen versehene Alloophorus robustus, wirklich robust und zäh ist. Das sind Charaktere, die eine gemeinsame Pflege solcher Arten nicht gestatten.

Bei der Haltung von Goodeiden im Aquarium sind daher einige Dinge zu beachten: Für kleinere, friedliche Arten reichen Aquarien von ca. 60 Liter aus (5 Liter Wasser pro Fisch sollte ein ungefährer Maßstab sein). Größere, friedliche Fische sollten in Becken mit mindestens 80 cm Länge gehalten werden (auch hier 5 Liter Wasser pro Fisch als Maßstab). Je größer das Becken, desto einfacher die Haltung Dieser Satz gilt hier genauso, wie eigentlich in der gesamten Aquaristik. Es ist nicht erforderlich, die Tiere nur in Artbecken zu pflegen. Viele Gattungen können bedenkenlos auch im Gemeinschaftsbecken gehalten werden. Einzelheiten hierzu werden bei der Beschreibung der jeweiligen Arten genannt. Es sollte jedoch immer auf eine ausreichende Bepflanzung geachtet werden, damit sich einzelne Tiere bei Bedarf dorthin zurückziehen können.

Bei den Wassertemperaturen ist zu unterscheiden zwischen Arten, die ohne Heizung auskommen und lediglich 17 °C bis 22 °C Wassertemperatur benötigen und Arten, die es wärmer haben möchten (bis ca. 28 °C bei Ataeniobius toweri). Einzelheiten hierzu werden bei der Beschreibung der jeweiligen Arten genannt.

Bei der Wahl der Beleuchtung ist ein eher gedämpftes Licht zu empfehlen, da die Goodeiden in der freien Natur meistens in eher diffusen Gewässern mit Oberflächenbewuchs und / oder zahlreicher, teilweise überhängender Ufervegetation leben.

Bei der Filterung ist darauf zu achten, dass es hierdurch nicht in jedem Falle zu starken Wasserbewegungen kommt, da einige Arten in stehenden Gewässern beheimatet sind und demgemäß ruhiges Wasser bevorzugen. Einzelheiten hierzu werden bei der Beschreibung der jeweiligen Arten genannt.

Die Wasserwerte sind allgemein nicht von besonderer Bedeutung. Das Wasser sollte hart sein und der ph-Wert des Wassers sollte mindestens im neutralen (7), eher aber alkalischen (bis 9) Bereich liegen. Ich selbst pflege Goodeiden bei ph 8, Härte 15°. Das Wasser wird wöchentlich zu ca. 25-30% (ohne Aufbereitungsmittel) gewechselt.

Die Ernährung der Goodeiden bereitet keine Probleme; jedoch sollte es für jeden Halter selbstverständlich sein, abwechslungsreiches Futter zur Verfügung zu stellen. Zwar haben sich einige Arten auf eine bestimmte Nahrung spezialisiert (Lebendfutter, Pflanzennahrung), aber im Aquarium werden die Tiere meistens zu Allesfressern.

Als Grünfutter hat sich (neben Algen) überbrühter Blattspinat bewährt. Vorteilhaft ist es auch, in den Aquarien an einigen Stellen Algen wachsen zu lassen. Diese natürliche Futterquelle wird von den Goodeiden gerne angenommen. Als Lebendfutter haben sich Artemia, kleine Wasserflöhe, Mückenlarven (schwarz, weiß, rot) usw. bewährt; wobei man bei den lebenden roten Mückenlarven allgemein vorsichtig sein sollte. Es sind schon Fälle bekannt geworden, wo sich bei zu reichlicher Fütterung von lebenden rote Mückenlarven sich diese durch den Magen und die Haut der Fische nach außen gefressen haben.

Fütterung mit hochproteinhaltiger Kost kann möglicherweise zu schädlichen Auswirkungen auf die Fortpflanzung führen. Zumindest wird dieses von anerkannten Goodeiden-Züchtern manchmal so gesehen. Hier werden aber sicher nur die eigenen Erfahrungen weiterhelfen.

Bei der Gattung Alloophorus ist von Zeit zu Zeit die Gabe von lebenden Futterfischen zur artgerechten Haltung wohl nicht zu vermeiden. Möglicherweise ist es sogar Voraussetzung für eine erfolgreiche Zucht. Einzelheiten zur Ernährung werden bei der Beschreibung der jeweiligen Arten genannt.

Ratsam ist es, den Goodeiden wöchentlich einen Fastentag zu gönnen. Während eines Urlaubs schaden auch mehrere Fastentage nicht. Ausgewachsene Tiere lasse ich im Sommer auch schon mal 1 Woche fasten. Während dieser Zeit fressen die Tiere dann vermehrt Algen. Bei Jungfischen sollte in den ersten Wochen nach der Geburt jedoch durchgefüttert werden. Hier könnten sich Fastentage unter Umständen negativ auf die Entwicklung auswirken. Oft können Versäumnisse am Anfang später nicht mehr vollständig ausgeglichen werden.

Die Zucht von Goodeiden variiert je nach Gattung und Art von einfach bis schwierig. Einzelheiten hierzu werden bei der Beschreibung der jeweiligen Arten genannt. Anfänger mit der Zucht von Goodeiden werden im Vergleich mit anderen Lebendgebärenden Zahnkarpfen einen Unterschied feststellen. Viele Goodeiden legen eine Ruhepause während der Wintermonate ein. In dieser Zeit gebären sie entweder überhaupt nicht oder nur in größeren Abständen.

Gegen Krankheiten scheinen Goodeiden bei artgerechter Haltung relativ immun zu sein. Zumindest zeigen sie sich weniger anfällig für Krankheiten als die meisten anderen Gattungen. Probleme könnte es bei zu warmen Haltungsbedingungen geben. Hier kann es in seltenen Fällen zu der gefürchteten Fischtuberkulose kommen. Insbesondere die Gattungen Goodea und Zoogoneticus sind hier hervorzuheben, bei denen die Fischtuberkulose durch äußere Geschwüre sichtbar wird. Letztlich sind hiervon befallene Tiere nicht zu retten. Regelmäßiger Wasserwechsel und kühle Wassertemperaturen seien an dieser Stelle als gute Vorbeugung zur Krankheitsverhinderung genannt. Einzelheiten hierzu werden bei der Beschreibung der jeweiligen Arten genannt.

Die Gattungseinteilung innerhalb der Hochlandkärpflinge ist recht kompliziert und damit auch nicht immer unumstritten. Ein wichtiges Gattungsmerkmal sind die Nährschnüre (Trophotaenien) der Embryonen. Weitere Kriterien sind die Bezahnung und auch die Karyotypen (Chromosomenstruktur).

Bei der Gattung Goodea ist wohl schon jetzt davon auszugehen, dass es bei einer kommenden Gattungsrevision zu Änderungen kommen wird. Es wird bei der Gattung Goodea wohl nur die Art Goodea atripinnis Bestand haben (als weitere Arten wurden genannt: Goodea atripinnis martini, Goodea atripinnis luitpoldi).

Auch wird wohl die Gattung Ataeniobius (mit der einzigen Art toweri) der Gattung Goodea zugeschlagen. Ataeniobius toweri hieße dann künftig Goodea toweri.

 

Verbreitungsgebiete und Biotope der Goodeiden

 

Gattung

Verbreitung

Biotop

Allodontichthys

Colima, Jalisco

schnell fließende Bäche, Flüsse (unter Steinen)

Alloophorus

Michoacán

Seen, Bäche, Sümpfe

Allotoca

Jalisco, Guanajuato, Michoacán

Teiche, Gräben

Ameca

Jalisco

Quellteiche

Ataeniobius

San Luis Potosi

Laguna La Media Luna

Chapalichthys

Jalisco, Michoacán

Staubecken, Teiche, Seen

Characodon

Durango, SW-Coahuila

Bäche

Girardinichthys

Mexiko D.F., Michoacán

Bäche, Quellseen

Goodea

Aguascalientes, Guanajuato, Jalisco, Michoacán, Nayarit, Queretaro, Zacatecas

alle Biotope stehender und fließender Gewässer

Ilyodon

Colima, Guerrero, Jalisco, Mexiko D.F., Michoacán, Morelos, Nayarit, Puebla,

schnell fließende Bäche und Flüsse (Freiwasser)

Skiffia

Guanajuato, Jalisco, Michoacán,

Tümpel, Teiche, Gräben

Xenoophorus

San Luis Potosi

Bäche, Flüsse

Xenotaenia

Colima, Jalisco

Bäche, Flüsse

Xenotoca

Guanajuato, Jalisco, Michoacán, Nayarit

Flüsse, Seen, Staubecken, Sumpfgebiete

Zoogoneticus

Guanajuato, Jalisco, Michoacán

Kanäle, Seen

 

 

Die Literatur wurde zusammengestellt von:
61 Literaturbuch
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Goodeiden allgemein