RUTTER, 1896 Characodon eiseni RUTTER, 1896 Characodon variatus REGAN, 1907 Xenotoca eiseni FITZSIMONS, 1972 Deutsche Bezeichnung: Banderolen - Kärpfling Familie: Goodeidae JORDAN, 1923. Unterfamilie: Goodeinae JORDAN, 1923. Erstbeschreibung: RUTTER, C. (1896): Notes on fresh water fishes of the Pacific Slope of North America. Proc. Calif. Acad. Sci., (2) 6: pp. 245-267. Herkunft des Artnamens: eiseni = nach Dr. EISEN, USA, benannt. Typusfundort: Nebenfluss des Rio Grande de Santiago, nahe Tepic, Nayarit, Mexiko. Meristische Angaben: Dorsale = 11 - 14 Flossenstrahlen, Anale = 11 - 15 Flossenstrahlen, Pectorale = 12 - 16 Flossenstrahlen. Xenotoca eiseni wurde Ende der sechziger Jahre erstmals von KURT JACOBS nach Deutschland importiert. Der Banderolenkärpfling stammt aus dem mexikanischen Nayarit und bewohnt dort unterschiedliche Gewässer; sowohl kristallklare, saubere Quellen und deren Abläufe, als auch leicht verschmutzte Gewässer in der Nähe menschlicher Siedlungen. Die Haltung von Xenotoca eiseni ist nicht schwer. Das Becken dieser schwimmfreudigen Tiere, die man ständig in Bewegung sieht, sollte mindestens 150 Liter Inhalt haben, die Wassertemperatur sollte zwischen 22 °C und 26 °C liegen. Abgesehen von der Temperatur sind die Wasserwerte sind nicht von großer Bedeutung, jedoch sollten diese im ph-neutralen bis alkalischen Bereich liegen. Auf einen regelmäßigen Wasserwechsel ist - wie bei den anderen Goodeiden auch - zu achten.
 | Xenotoca eiseni, Weibchen Foto von: H. J. Chen Die Haltung im Gesellschaftsbecken ist möglich. Aus bisher nicht geklärten Gründen kann Xenotoca eiseni hier aber möglicherweise zum Flossenfresser werden, d. h., die Flossen von anderen Fischen werden beschädigt. In diesen Fällen muss Xenotoca eiseni im Artbecken gehalten werden. Eine besonders für die Haltung im Gesellschaftsbecken empfehlenswerte Lokalform ist Xenotoca eiseni “San Marcos”, der so genannte Goldsattel - Banderolenkärpfling. Diese Tiere stammen aus der Umgebung der Stadt San Marcos, in der Provinz Jalisco, Mexiko. Die Tiere dieser Lokalform fallen so gut wie nie als aggressive Flossenfresser auf und zeichnen sich zudem durch besonders schöne Färbung aus. Ein besonderes Merkmal ist ein goldfarben irisierender Bereich in der Mitte des Körpers. Insgesamt bleiben diese Tiere auch etwas kleiner und schlanker als die Tiere vom Typstandort. Jungtiere und Weibchen scheinen auch stark gefleckt. Die ansprechend gefärbten Männchen erreichen eine Länge von ca. 6 cm, die Weibchen von ca. 7-8 cm. Die Rückenflosse des Männchens ist etwas größer als die der Weibchen. Alle Flossen sind sowohl bei den Männchen als auch bei den Weibchen abgerundet. Die Färbung der Flossen variiert von Population zu Population. Die Grundfärbung des Körpers ist bräunlich-grau; allerdings ist die dunkle Pigmentierung bei jedem Fisch anders. Das Alpha-Männchen zeigt bei jeder Begegnung mit anderen Männchen dieser Art stets deutlich, daß es das stärkere Tier ist. Damit sich die Aggressionen des Alpha-Männchens nicht auf ein oder zwei schwächere Tiere beschränkt, ist es ratsam, ein großes Becken (ab ca. 150 Liter Inhalt) zu wählen und darin etwa 10 ausgewachsene Männchen mit ausreichend vielen Weibchen zu pflegen. Xenotoca eiseni, Männchen Foto von: H. J. Chen Sowohl Weibchen und besonders ältere Männchen entwickeln einen gedrungenen, hochrückigen und bullig erscheinenden Körper mit einem Nackenbuckel. Es gibt von Xenotoca eiseni mehrere Lokalformen, so dass die Fische farbliche Unterschiede aufweisen können. Alle Tiere sind aber so auffallend schön gefärbt, dass sie die Aufmerksamkeit jedes Betrachters auf sich ziehen. Das breite orangefarbene bis rote Schwanzwurzelband hat den Tieren zu seinem deutschen Namen verholfen. Die Balz von Xenotoca eiseni kann bei den einzelnen Populationen unterschiedlich aussehen. Einige gleichartige Verhaltensmuster sind aber überall zu erkennen. Zu Beginn der Balz nimmt das Männchen eine Stellung quer zum Weibchen ein (T-Stellung). Dabei richtet es Kopf und Schwanzflosse zum Weibchen hin; die Rückenflosse dagegen von ihm weg. Das Männchen zittert manchmal während der Balz. Schwimmt das Weibchen nun vorwärts, dann nähert sich ihm das Männchen und beginnt von hinten mit dem so genannten Kreistanz, den es mehrfach wiederholt, wobei es unter starkem Schütteln des Körpers Rücken- und Afterflossen zum Weibchen hin biegt. Die Zucht gelingt fast von selbst. Unter guten Haltungsbedingungen ist ca. alle 60 Tage (die Dauer scheint laut Aussage einiger Goodeiden-Liebhaber dieser Art temperaturabhängig zu sein) regelmäßiger Nachwuchs garantiert. Es werden pro Wurf durchschnittlich zwischen 10 und 40 Jungfische abgesetzt. Es gibt auch Berichte über bis zu 100 Jungfischen pro Wurf. Wildfangweibchen setzen meist wenige, dafür aber kräftigere Jungtiere ab. Nach längerer Aquarienhaltung nimmt die Zahl des Nachwuchses zu, dafür bleibt dieser aber kleiner. Möglicherweise spielt hier der im Aquarium fehlende Feinddruck ein Rolle. Die Jungen, die man häufig schon deutlich durch die transparente Haut des Mutterleibes erkennen kann, sind bei der Geburt ca. 10 mm bis 15 mm lang, so dass auch die weitere Aufzucht keinerlei Probleme bereitet. Bereits zwei Tage nach der Geburt sind die Nährschnüre (Trophotaenien) vollständig zurückgebildet. Die Tiere wachsen in der Folgezeit recht schnell und erreichen im Alter von ca. 6 Monaten bei ca. 3 cm Länge die Geschlechtsreife. Die Ernährung bereitet keine Schwierigkeiten. Xenotoca eiseni ist leicht mit allen üblichen Futtermitteln (Flockenfutter, Frost- und Lebendfutter) zu ernähren. Xenotoca eiseni kann ein Lebensalter von bis zu 5 Jahren erreichen. Zwischenzeitlich gibt es viele Aquarien-Populationen in unzähligen Farbvariationen. Fundort: San Marcos, Jalisco, Mexiko Beschreibung: BRIAN KABBES Datum / Uhrzeit: 16.12.1998, 12.35 Uhr Lage des Fundortes: Kleiner Fluss östlich von San Marcos. An der rechten Seite der Straße von San Marcos kommend in Richtung Etzatlan. Biotopbeschreibung: Ein 50-100 cm breiter Wasserlauf, 50-70 cm tief. Fast völlig mit Gräsern zugewachsen. Auf der anderen Seite der Straße befindet sich ein Resttümpel von etwa 12x4 m und etwa 100 cm tief. Das Wasser ist stark verunreinigt und hat einen penetranten Geruch noch Abwasser. Wahrscheinlich entsorgt die in der Nähe liegende Fabrik hierin den Abfall und das Abwasser. Das Wasser besitzt eine graue Färbung und ist undurchsichtig. Der Bodengrund ist schlammig. In dem Resttümpel kommen die meisten Fische vor. Als Wasserpflanzen gibt es einige Stellen mit Wasserhyazinthen. Umgebungsbeschreibung: Ungefähr 500 m außerhalb des Dorfes San Marcos. In der unmittelbaren Umgebung gibt es keine Bebauung, aber einige Industrie. In der weiteren Umgebung liegen etliche landwirtschaftliche Felder. Besonderheiten: Dieses Biotop steht sehr stark unter Druck und ist mit der Zeit wohl nicht mehr zu retten, falls die Verunreinigung weiter zunimmt. Dieses ist in der Umgebung von San Marcos das einzige Biotop, wo wir die schöne “San Marcos” Form von Xenotoca eiseni antreffen konnten. Die anderen Wasservorkommen rund um San Marcos sind sehr stark verunreinigt und enthalten überhaupt keine Fische mehr. Lufttemperatur: 21,7 °C Wassertemperatur: 11,1 °C Wasserwerte: PH: 7,3 KH: 12° dH GH/TH: 14° dH Nitratgehalt: 0 mg/l (ppm) Nitritgehalt: 0 mg/l (ppm) Xenotoca eiseni Biotop Foto: Uwe Dost Xenotoca eiseni Biotop während der Trockenzeit Foto: Uwe Dost Xenotoca eiseni Fundort: Rio Tamazula, Jalisco, Mexiko Rio Tamazula Foto von: Alfonso Pauwells Rio Tamazula Foto von: Alfonso Pauwells Rio Tamazula Foto von: Alfonso Pauwells Rio Tamazula Foto von: Alfonso Pauwells San Marcos Foto von: G. D. Sanders San Marcos Foto von: G. D. Sanders Die Literatur wurde zusammengestellt von
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